Samstag, 9. April 2011


Meine neue Errungenschaft sind 2 Armbänder, sie sind aus Teilen der Bomben die im geheimen Krieg über Laos abgeworfen wurden.
Zudem habe ich jetzt mit Yoga angefangen (was ich mir von Anfang an vorgenommen hatte). Es macht unglaublich viel Spaß, vorallem in so 
einer schönen Umgebung wie das Haus in dem das Yoga stattfindet. 
Aber nun zu meinem Geburtstag: Ich habe mit den anderen Freiwilligen auf einer Kostümparty in den Geburtstag reingefeiert,
alle sahen unglaublich witzig aus. Um 12 gab es Kuchen und eine kleine SahenSchlacht inklusive. 
Samstag gab es dann ein wunderbares Frühstück und Abends war ich mit Dän und ihrer Familie bei einer Meditation in einem Tempel.
Jeder musste sich ganz weiß anziehen, so wie die Nonnen ( mää  Khao - Mutter weiß).
Die Meditation fand auf dem Hof des Tempels statt bei dem Jede Buddhastatur in Tücher gewickelt war ( erst ein Rotes und darüber ein weißes). Es gab kleine Matten und Sitzkissen,
 damit die 8 Stunden Meditation auch gut überstanden werden konnten. 
Vor sich hatte jeder eine Art Krug, in dem wiederum Blätter und Blumen waren die für Reichtum, Schutz und ähnliches standen. Dazu wurde noch eine Kerze aufgestellt, die die ganze Nacht
brennen sollte. Wir saßen unter einem Spinnennetz aus weißen Baumwollfäden, von dem Fäden hinunterhingen und mit dem auch die Statuen umwickelt waren. Diese Fäden wurden in den Krug gelegt, wovon einer in die Hand genommen oder auf den Kopf gelegt wurde. So waren alle miteinander verbunden.  Mit einer Art Stock wurde zu Beginn jeder Meditation gegen den Krug geschlagen ( immer das Alter + 1). 
Ein Intervall ging ca 45 Minuten, 30 Minuten Meditation mit SprachGesang der Mönche und 15 Pause.
Von den ca. 300 Menschen die da waren war ich die einzige Weiße. 
Morgens, nach der letzten Meditation wurden die Bänder abgeschnitten und man konnte sich ein Stück Stoff abschneiden und mitnehmen. 

Das Zwischenseminar haben wir alle Frieren überstanden, in der Woche gab es den Mango Regen. Dieser hat uns dann auch den Ausflug zum Stausee versaut, mit dicken Socken, Mütze und Regenjacke saßen wir am Ufer und haben uns mit Tee aufgewärmt. 
Die geplante Fahrt über den Stausee ist gründlich ins Wasser gefallen. Trotzdem war es schön alle anderen Freiwilligen wieder zu sehen.

Der darauf folgende und privat organisierte Ausflug hat mich nach Phonsavan und zu den Ebenen der Tonkrüge geführt. 
Phonsavan liegt im Norden und dort war es Nachts so kalt ( um 0 Grad), dass sogar Kühe gestorben sind.
Ich bin Freitag abends losgefahren um am Samstag morgen, 2 Stunden vor Beginn der Tour, anzukommen. Es war grad noch Zeit sich ein bisschen aufzuwärmen und schon ging es los zur ersten Ebene.
Es gibt insgesamt 3 Ebenen die begehbar sind, bei den anderen Flächen besteht noch eine 
erhöhte Blindgänger Gefahr.
Auf der ersten Ebene gibt es ca. 300 Steinkrüge, die in der Größe, Form und Ausarbeitung variieren. Der größte soll an die 3 Meter hoch sein. 
Außerdem haben wir noch eine Höhle im Kalksteinfels besucht; in der 30er Jahren wurde dort Asche mit Menschlichen Knochenresten, viele Scherben und vereinzelt Urnen gefunden.
Die 2te Ebene ist kleiner, aber wir hatten eine wunderbare Panorama Aussicht auf die Hügelige Umgebung. Mit fortschreitender Stunde wurde es auch ( Gott sei dank) wärmer und jeder von und hat nach und nach eine Schicht Anziehsachen nach der anderen abgelegt.
Es gibt neben den Tonkrügen noch Steinplatten die auf einer Seite bearbeitet sind. Wie auch von den Ton-oder Steinkrügen ist die Bedeutung unbekannt. 

Nach den Ebenen sind wir in ein Dorf gefahren, bei dem die Menschen sehr kreativ in der Verarbeitung von Bomben sind. 
Es gibt Bombenblumentöpfe, Bombengartenzäune, Bombenboote, Bombenstelzen.... 
Der Besuch in dem Dorf war mir unangenehm, weil ich mich wie ein Eindringling gefühlt habe. Schließlich fände ich es auch nicht witzig, wenn Tag täglich Menschen bei mir in den Garten gucken und Bilder der Kinder und der Häuser machen.
Andererseits haben wir mit dem Chef des Dorfes geredet, er hat uns erzählt, dass er möchte dass viele Menschen kommen, damit sie sehen wie die Menschen mit dem geheimen Krieg umgehen und was sie daraus gemacht haben.
Die Bomben in Phonsavan und Umgebung sind gleichzeitig Fluch und Seegen der Menschen. Wenn keine Erntezeit ist, kann Geld mit dem sammeln von Metall (der Bomben) verdient werden. Da die Gegend aber noch nicht sicher vor Blindgängern ist, werden regelmäßig, vorallem Kinder und Bauern, verletzt oder getötet.



Abends sind die anderen in den Genuss des Lao Hai gekommen, Reiswein der aus einem Tonkrug getrunken wird.
In dem Krug ist gegorener Reis, der mir Wasser aufgefüllt wird. Mit einem dünnen Bambusrohr wird dann ein Glas Wasser auf ex getrunken. 
Mal ein bisschen und gemütlich trinken geht dabei schon mal garnicht. 
Das schöne an dem Lao Hai ist, dass der Krug beliebig oft aufgefüllt werden kann und das bis zu 3 Tagen lang.
Ich persönlich war froh, dass ich in der Fastenzeit nicht trinke.


Ich habe mit meinen Arbeitkolleginnen einen Ausflug zum Buddhapark gemacht, der allerdings eher aus einer einzigen Fotoschlacht bestand....

Sonst wird es langsam wieder wärmer, und so soll es ja auch sein! Nächste Woche ist das Lao  Pii  mei, das laotische Neujahr und ich werde es wahrscheinlich in Luang  Pharbang verbringen

Auf der ersten Ebene der Tonkrüge

Chris und ich

Der berüchtigte Lao Hai

Bei meiner Meditation am 12.03

Der Morgen nach der Meditation

Menschen bei den Tonkrügen 

Phonsavan

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