Dienstag, 2. August 2011

3 Wochen Fiona und Jonny

Nach 2 ereignisreichen Wochen allein im Apartment kam erst Eddie wieder und kurz darauf trudelten auch Fiona und Papa in Vientiane ein.
Die Hotelsuche für die beiden entpuppte sich als nicht so einfach... Ich bin mir meiner Arbeitskollegin einen Tag bevor die beiden kamen losgefahren um in schönes Hotel zu buchen. Leider waren die Hotels, die ich schön fand, ein bisschen zu teuer und die Hotels die vom Preis her gut waren, entsprachen nicht meinem Geschmack...
So kam es, dass wir beim „Pho Baan“ landeten, Sones „großem Bruder“. „Pho Baan“ bedeutet „Vater des Stadtteils“, und er ist derjenige,an den man sich wendet, wenn man Probleme hat. Nach ein paar anrufen des Pho Baan war ein wunderbares Hotel gefunden, mit Frühstück und 20 % Rabatt. Das abholen der beiden war auch speziell... weil Sone einen Freund mit Auto organisiert hatte, der die beiden zusammen mit uns abholen sollte. Bevor wir den Flughafen viel zu früh erreichten, wurden noch Blumen und Früchte zur Begrüßung gekauft, währenddessen Sone die Zeit genutzt hat, um ihre Begrüßungs- Sätze aufzusagen. Die Durchsetzung war eine andere als trainiert, da sie noch nervöser als ich war. Fiona und der liebe Herr Vater haben sich auch mächtig Zeit gelassen beim Check out, nun denn...
Den ersten Tag gab es eine Stadtführung zum Talat- den Morgenmarkt. Die beiden konnten Stoffe, allerlei Krimskrams, Obst, Gemüse und die Fleischtheke bewundern.
Der erste volle Tag begann für die beiden mit einem Besuch beim Kindergarten, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden. Die mittlerweile aus 3 Klassen zusammengewürfelte Klasse (da Regenzeit ist, sind eigentlich Ferien im Kindergarten, aber ein paar Lehrerinnen sind noch da um die Kinder zu betreuen, die nicht verreist sind oder keiner da ist, um auf sie aufzupassen) hat den Morgen damit verbracht, mich mit Fragen über meine Familie zu löchern.  
Der Besuch war ein Mix aus ansehen und angesehen werden. Es wurden englische und laotische Lieder gesungen, Tänze aufgeführt, Gedichte aufgesagt und am Ende herrschte heilloses Durcheinander, da jedes Kind mir auf die Bilder wollte, die Papa schoss.
Danach stand noch ein Besuch im Cope Center an und Abends ein Essen mit Sonne, bei dem natürlich der Bierkonsum der deutschen und Laoten diskutiert wurde. Ich war die Übersetzerin des Abends.
In Vang Vieng gab es viel zu erleben, wir 3 sind Freitags losgefahren und haben schon auf der Fahrt die erste Lektion des Reisens gelernt: Geduld. Wir mussten 1 Stunde warten, bevor der Bus losfuhr und im Bus selbst herrschte ständiges kommen und gehen. Samstag kam uns Sone besuchen, ihre Familie wohnt etwas außerhalb von Vang Vieng und sie wollte mit uns und einer Freundin Höhlen besuchen und uns ihre Familie vorstellen. Gesagt, getan. Die erste Höhle war einfach begehbar und ausgeleuchtet, die 2te Höhle war eine Herausforderung. Bei einer 100% Steigung ging es den Berg hinauf, auf nassen, glitschigen, nicht mehr ganz neuen Konstruktionen, die sich am ehesten mit „Leiter“ beschreiben lässt. Mein einer Schuh ist auf der Hälfte auseinandergefallen, was den glitschigen und teilweise regnerischen Anstieg noch erschwert hat.
Oben angekommen, ging es wieder runter, in den Berg hinein. Dunkelheit und eine Menge Schlamm erwartete uns. Das bestaunen der Höhle glich eher einer Rutschpartie und nach ca 100 Metern war die Höhle leider leider überflutet. Nach dem Bergbezwingen hieß es duschen und sich frisch machen für die am Abend geplante „Basi“ (eine der wichtigsten laotischen Zeremonien).
Wir wurden (dieses Mal pünktlich) abgeholt und zum Haus von Sones Freundin gefahren. Im Haus von Sones Mutter wurden wir von ca. 30 Menschen empfangen „alles Familie“, so Sone.
Die Mutter wohnt zusammen mit Sones großer Schwester + Familie in einem aufgeständertem Holzhaus.
Die Zeremonie besteht aus der Segnung des ältesten, wobei wir mit der rechten Hand das Gesteck berühren mussten und die andere zum „nob“ falten ( wie bei der laotischen Begrüßung). Gleichzeitig wurden wir auch in die Familie aufgenommen, was wir mit trinken und essen bestärkt haben. Danach gab es von vielen anwesenden Reisesegnungen und es wurde und Glück für die langen Fahrten gewünscht. Jeder hat uns beim äußern seines/ihres Wunsches ein Armband umgebunden, die mindestens 3 Tage ungebunden bleiben müssen. Danach darf man sie abschneiden, oder sie fallen so ab. Im Anschluss zur Zeremonie gab es leckeres laotisches Essen und Bier/Schnaps.


Und schon ging es los nach Luang Prabang. Das hieß sieben Stunden Bus fahren, aber da wir dieses Mal einen VIP- Bus hatten, war der Komfort auf jeden Fall besser. Wir haben kleine Zwischenstopps gemacht und beim letzten hatten wir eine unglaubliche Aussicht auf die Landschaft. Da wir ja doch irgendwie typische Touristen sind, haben wir natürlich Fotos gemacht. In Luang Prabang angekommen, mussten wir nun erst mal mit dem Tuk- Tuk in die Stadt fahren. Da wurden wir dann an gequatscht und haben uns das Guesthouse auch mal angesehen. Es schien ganz okay zu sein auf den ersten Blick. Also hatten wir ein Problem weniger. Auf den zweiten Blick war es dann aber doch nicht so super. Also haben wir uns nach dem Frühstück auf die Suche nach einem neuen Guesthouse gemacht und auch eins gefunden. Wir haben uns so einen ungefähren Plan gemacht, wie die nächsten Tage aussehen sollen, aber wir werden es alles vom Wetter abhängig machen. Heute stand eine Tempel tour auf dem Plan. Wir sind durch die Stadt gelaufen und haben uns die verschiedenen Tempel angeschaut. Das hat dann doch alles ein wenig gedauert und natürlich sind wir in die Utopia Bar gegangen. Denn bei soviel Geschwärme muss man den Laden ja auch mal gesehen haben. Der Ausblick war auch wirklich schön und Jonny hat auch Pias heißgeliebter Bananenkaffee geschmeckt :D Natürlich durfte am ersten Abend in Luang Prabang auch der Nachtmarkt nicht fehlen. Ich war erst mal geblendet von allen Ständen und überhaupt noch nicht offen etwas zu kaufen. Da hat sich dann allerdings in den nächsten Tagen schlagartig geändert. Beim Abendessen haben wir dann Viola, Laura und Lauras Mama getroffen. Wie klein die Welt doch ist. Man trifft immer Leute die man kennt.
Da wir ja schon viel erleben wollten in diesem Urlaub haben wir uns für den folgenden Tag eine Tour vorgenommen. Morgens um 8:45 Uhr ging es los. Erstmal ab ins Auto von unserem Tourguide Theng (so soll es wohl richtig sein oder auch Peng, wenn es nach Pia geht) und los ging die wackelige Fahrt. Als erstes stand Elefanten reiten auf dem Plan. Wir mussten dann noch ein wenig warten und wie vertreibt man sich natürlich die Zeit?! Mit Fotos machen natürlich. Pia und ich waren zusammen auf einem Elefanten und Jonny auf einem. Dann gings los und es wackelte sehr. Am Anfang ein sehr komisches Gefühl, aber man gewöhnt sich an alles. Es hat uns allen schon Spaß gemacht, aber es war ein wenig kurz und wir sind den Weg auch nur hin und wieder zurück gewandert. Nichtsdestotrotz eine tolle Erfahrung und wunderbare Bilder. Danach gings per Bötchen zur Höhle. Theng hat in der Zwischenzeit auf unser Essen gewartet. Die Höhle war voller Buddhas und Pia hat den besten entdeckt: Pink :D Von der Höhle gings dann wieder zurück zum Dorf. Theng hat schon gewartet und ab ins Auto damit der Tag weitergehen konnte. Wir hatten dann nicht so das Interesse am Whiskey Village anzuhalten. Somit ging es direkt wieder nach Luang Prabang. Da haben wir dann noch ein paar Leuchten eingesammelt und ab ging es zum Wasserfall. Davor konnte man sich noch Bären anschauen. Der Wasserfall war super toll anzuschauen. Natürlich hieß es auch hier wieder ab nach oben damit man den besten Blick hat. Bis nach ganz oben haben es dann aber nicht mal Jonny und Pia geschafft, denn der Weg war viel zu rutschig. Jonny ist dann noch schwimmen gegangen und es soll sehr angenehm gewesen sein. Am Wasserfall haben wir dann auch ganz idyllisch mit Fingern unser Mittagessen verzehrt. Auf dem Rückweg hat Jonny an auch endlich das Foto von einem Wasserbüffel bekommen. Außerdem haben wir an einem Dorf gehalten, aber wir drei sind uns einig, dass wir uns da nicht soo gut fühlen. Abends natürlich wieder Nachtmarkt und da haben wir doch glatt alle drei an einem Stand etwas gekauft: Bilder =)

Dann war der Chilltag, denn es hat den ganzen Tag geregnet. Deswegen haben wir nicht so sonderlich viel gemacht. Wir haben unsere Flüge gebucht, denn am Samstag geht es ja dann schon weiter nach Pakse. Danach haben wir uns übers Zip lining in Pakse informiert. Pia und Jonny sind total begeistert und ich eher skeptisch, aber ich werde es wagen :D Es ist wirklich nicht so sonderlich viel passiert. Jonny und ich haben jeweils einen Armreifen gekauft und dann haben wir uns auf die Suche nach neuen Schuhen für Pia gemacht. Ihre sind ja beim Höhlenaufstieg kaputt gegangen. Dann hat sie immer meine Leopardenschühchen angezogen. Also mussten neue Schuhe her. Wir haben dann auch welche gefunden. Die perfekte Beschäftigung für einen Regentag: Museum anschauen. Das haben wir dann auch getan. Dann ab auf unseren Balkon. Pia und Jonny haben gelesen und ich bin der zweiten typischen Beschäftigung nachgegangen: Postkarten schreiben. Den Nachtmarkt haben wir mal ausfallen lassen, denn man soll sich ja nicht überstrapazieren.

Vom Norden ging es rucki zucki in den Süden: Paxe! Die kleine etwas langweilige Stadt in der ich nicht gerne wohnen würde (selbst der Reiseführerschreiber ist nicht sonderlich begeistert von der Stadt). Die Umgebung ist viel versprechender... es gibt die Kaffeeplantagen, Wasserfälle und Tree Top Exploring ( Sip lining).
Nach einer spontanen Änderung haben wir uns mit 2 Niederländischen Pärchen von Montag auf Dienstag in den Jungle getraut...

25/26.07. Tree Top Explorer!
Los ging es morgens mit dem Auto, eine Stunde bis zum Dorf und dann zu Fuß in den Wald. Nach der ersten Stunde wandern hatten wir die Ebene der Tiger erreicht, wo wir unser Mittagessen eingenommen haben. Die Lichtung hat ihren Namen bekommen, weil dort früher die Tiger getötet wurden, die in die Dörfer kamen um das Vieh zu reißen, so Boune unser Reiseführer.
Etwa zu diesem Zeitpunkt hat es angefangen zu regnen... Die ersten „Seilbahnen“ haben wir noch halbwegs trocken überstanden und auch die wackelige Brücke über einen Fluss, aber dann wurde es immer schlimmer und in kürzester Zeit waren alle klitschnass. Das Sip linen hat mir aber trotzdem unheimlich Spaß gemacht, genauso wie das Abseilen und wandern. Die Aussicht war wunderschön (als man noch was davon sehen konnte) Regenwald bis zum Horizont + Mekong und Wasserfälle.
Nachmittags hatten wir das Dorf im Naturschutzgebiet erreicht, alle durch gefroren und froh etwas warmes zu trinken zu bekommen. Unser Gepäck war teilweise durchweicht, aber immerhin war nicht alles klitschnass wie bei Jessica und Chris.
Nach dem Abendessen sind wir zu unserere Baumhaus Hütte geführt worden, einmal sippen im dunklen und dann ab ins Bett.
Am nächsten Morgen ging es zu der 450 Meter langen Sip Strecke die ca 100 Meter über dem Boden verläuft. Einmal hin und zurück und für die die nicht genug bekommen konnten das ganze nochmal! So kam es, dass ich mit Dune, Noi (Reiseführer), Chris, Karlo nochmal gefahren bin. Nach dem Mittagessen haben wir den Rückweg angetreten. Noch mehr Sip linen, klettern ( 20 Meter), über Flüsse balancieren und vor allem Wandern.... Gegen 4 Uhr haben alle so gut wie unversehrt das nur 5 Km entfernte Dorf erreicht, inklusive Muskelkater und neuen anziehsachen – alle Braun, nass und stinkend! Ach ja, es hat natürlich geregnet.

Mit dem Schlafbus haben wir wohlbehalten Vieltiane erreicht, aber vorher gab es noch eine Massage für Jonny und mich (Fiona wollte nicht- bei Unverständnis bitte direkt an die betroffene Person wenden).
Hier wurde nochmal geshoppt und eingekauft, einen Sonnenuntergang, und Pancakes haben wir auch mitgenommen.
Dazu hat Fiona noch das laotische Nachtleben kennen gelernt... wenn man so was Nachtleben nennen kann. Ein unvergessliches Erlebnis war auf jeden Fall die Sängerin, die ihr Oberteil am Ende der Show ein bisschen zu tief sitzen hatte.


Samstag waren wir bei Sonne zum Essen eingeladen, mein Mitbewohner wurde spontan dazu geladen. Es gab laotisches Essen und Bier, viele Besucher und Musik. Ich war für die 3 Stunden der Übersetzer für alle... von Lao zu Englisch, Deutsch zu Lao, Lao zu Deutsch und was es sonst noch so gibt. Eine andere Kollegin von mir ist mit ihrem Mann und ihrem Sohn zum essen da geblieben, sie haben eine Musik DVD mitgebracht: Michael Jackson und der Dieter Bohlen & Thomas Anders. Die BESTE Kombination der Welt. Während des hören wurde mir erläutert, dass der Thomas ein Ladieboy ist und Dieter schöne Haare hat. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Schon war es Sonntag und die beiden saßen im Flugzeug nach Deutschland.
Jetzt sind es noch 18 Tage und ich sitze auch im Flieger nach Hause...

Fotos kommen bald.. 

3 Kommentare:

  1. Das geht gar nicht!! Ohne Massage in Laos?? 3 Wochen?!?! Was'n da los? nej nej nej ;)
    Ich freue mich auf dich! :*

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  2. Ich freue mich auch schon sooo auf dich :-)
    Kussi

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  3. Dir ist schon klar, dass du in 3 Tagen wieder da bist!?

    Kussi

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